Stellen Sie sich vor, Sie sind auf der Suche nach einem neuen Job. Die Stellenanzeige klingt vielversprechend, das Gehalt stimmt, die Benefits sind attraktiv. Aber was machen Sie als Nächstes? Genau – Sie googeln das Unternehmen und schauen auf kununu nach, was ehemalige und aktuelle Mitarbeiter über ihren Arbeitgeber berichten. Willkommen in der Realität des modernen Recruitings! In diesem Artikel erfahren Sie, warum Bewertungen auf kununu und Google für Ihr Employer Branding absolut entscheidend sind und wie Sie sie strategisch für sich nutzen können.
Warum Arbeitgeberbewertungen im digitalen Zeitalter unverzichtbar sind
Der Wandel vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt
Die Zeiten, in denen Unternehmen aus einem Pool von hunderten Bewerbungen wählen konnten, sind in vielen Branchen vorbei. Der demografische Wandel, der technologische Fortschritt und veränderte Wertvorstellungen haben den Arbeitsmarkt grundlegend verändert. Heute bewerben sich nicht mehr nur Kandidaten bei Unternehmen – Unternehmen müssen sich auch bei potenziellen Mitarbeitern bewerben!
Der Fachkräftemangel ist real und betrifft mittlerweile nahezu jede Branche. Qualifizierte Talente haben die Wahl und nutzen diese auch. Sie vergleichen Arbeitgeber wie Konsumenten Produkte auf Amazon. Und genau hier kommen Bewertungsplattformen ins Spiel.
Transparenz als neuer Standard in der Arbeitswelt
Was früher hinter verschlossenen Türen blieb, ist heute für jeden sichtbar: Wie ist die Unternehmenskultur wirklich? Werden Überstunden vergütet? Wie steht es um die Work-Life-Balance? Wird man fair behandelt? All diese Fragen werden auf Plattformen wie kununu und Google offen diskutiert.
Diese Transparenz mag für manche Unternehmen unbequem sein, aber sie ist nicht aufzuhalten. Mehr noch: Sie ist eine Chance! Unternehmen, die authentisch kommunizieren, auf Feedback reagieren und echte Verbesserungen umsetzen, können sich von der Konkurrenz abheben. Die digitale Mundpropaganda ist mächtiger als jede Hochglanzbroschüre.
Die Rolle von Online-Bewertungen im Bewerbungsprozess
Online-Bewertungen sind längst kein Nice-to-have mehr, sondern ein Must-have im Recruiting-Prozess. Über 80 Prozent der Bewerber informieren sich online über potenzielle Arbeitgeber, bevor sie sich bewerben. Viele nutzen dabei Google als erste Anlaufstelle – und kununu als Vertiefung.
Besonders bemerkenswert: Fast die Hälfte der Kandidaten würde eine Stelle ausschlagen oder sich gar nicht erst bewerben, wenn sie auf negative Bewertungen stoßen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Jede unbeantwortete negative Bewertung, jeder schlechte Score kann Sie wertvolle Talente kosten.
kununu – Die führende Plattform für Arbeitgeberbewertungen im deutschsprachigen Raum
Was macht kununu so besonders?
kununu – ein Name aus der afrikanischen Sprache Swahili, der „unbeschriebenes Blatt“ bedeutet – wurde 2007 in Wien gegründet mit einer klaren Vision: Mehr Transparenz in die Arbeitswelt zu bringen. Die Plattform ermöglicht es Mitarbeitern, Bewerbern und Auszubildenden, anonym ihre Erfahrungen mit Arbeitgebern zu teilen.
Was kununu von anderen Plattformen unterscheidet, ist die Spezialisierung auf den Arbeitsmarkt. Während Google-Bewertungen oft eine Mischung aus Kunden-, Bewerber- und Mitarbeiterfeedback sind, fokussiert sich kununu ausschließlich auf die Arbeitgeberqualität. Diese Spezialisierung macht die Plattform zur ersten Anlaufstelle für Jobsuchende im deutschsprachigen Raum.
Reichweite und Nutzerzahlen: Die Fakten
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: kununu verzeichnet über 12 Millionen Bewertungen und Erfahrungsberichte zu mehr als einer Million Unternehmen. Monatlich nutzen fast 5 Millionen aktive User die Plattform, um sich über Arbeitgeber zu informieren. Täglich kommen etwa 1.000 neue Bewertungen zu rund 500 verschiedenen Unternehmen hinzu.
Diese Reichweite bedeutet: Wenn Sie als Unternehmen auf kununu nicht präsent sind oder schlecht bewertet werden, verpassen Sie jeden Monat tausende potenzielle Kandidaten. Die Plattform ist tief in die Google-Suchergebnisse integriert, was bedeutet, dass kununu-Profile oft auf der ersten Seite erscheinen, wenn jemand nach einem Unternehmensnamen sucht.
Bewertungskriterien und Score-System auf kununu
kununu arbeitet mit einem differenzierten Bewertungssystem. Mitarbeiter vergeben Sterne (1 bis 5) in verschiedenen Kategorien:
- Arbeitsatmosphäre: Wie ist das allgemeine Klima im Unternehmen?
- Kommunikation: Wird transparent und offen kommuniziert?
- Kollegenzusammenhalt: Wie ist das Miteinander im Team?
- Work-Life-Balance: Wird auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben geachtet?
- Vorgesetztenverhalten: Wie führen die Chefs?
- Interessante Aufgaben: Sind die Tätigkeiten abwechslungsreich?
- Arbeitsbedingungen: Wie ist die Ausstattung, Arbeitsumgebung?
- Umwelt-/Sozialbewusstsein: Handelt das Unternehmen nachhaltig?
- Gehalt/Sozialleistungen: Wird fair bezahlt?
- Gleichberechtigung: Werden alle gleich behandelt?
- Umgang mit älteren Kollegen: Gibt es Altersdiskriminierung?
- Karriere/Weiterbildung: Gibt es Entwicklungsmöglichkeiten?
- Image: Wie ist der Ruf des Unternehmens?
Aus all diesen Kategorien wird der kununu-Score berechnet – eine Gesamtbewertung, die auf den ersten Blick zeigt, wie zufrieden Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber sind. Dieser Score ist oft das Erste, was Kandidaten sehen, und hat immensen Einfluss auf die Bewerbungsentscheidung.
Google Bewertungen als unterschätzter Faktor im Employer Branding
Die Macht von Google in der Jobsuche
Google ist nicht nur die größte Suchmaschine der Welt – sie ist auch die beliebteste Jobsuchmaschine. Über 70 Millionen jobrelevante Suchanfragen werden allein in Deutschland pro Monat bei Google gestellt. Das bedeutet: Bevor Kandidaten auf spezialisierten Jobbörsen suchen, googeln sie erst einmal.
Über 70 Prozent der Bewerber nutzen Google, um Informationen über potenzielle Arbeitgeber zu sammeln. Und was sehen sie? Ihr Google-Unternehmensprofil mit den Sternebewertungen – prominent platziert in den Suchergebnissen, oft noch vor Ihrer eigenen Website!
Mit Google for Jobs hat der Suchmaschinen-Gigant zudem eine eigene Jobplattform geschaffen, die Stellenanzeigen aus verschiedenen Quellen aggregiert und direkt in den Suchergebnissen anzeigt. Unternehmen, die hier gut ranken und gute Bewertungen haben, profitieren von einer nie dagewesenen Reichweite.
Wie Google-Bewertungen die erste Wahrnehmung prägen
Stellen Sie sich vor, Sie suchen nach „Firma XY“ bei Google. Was sehen Sie als Erstes? Neben der Website erscheint das Google-Unternehmensprofil mit Sternebewertung, Öffnungszeiten, Adresse – und den neuesten Rezensionen. Diese ersten Sekunden entscheiden oft darüber, ob jemand weiterliest oder zur Konkurrenz wechselt.
Google-Bewertungen wirken besonders authentisch, weil sie nicht nur von Mitarbeitern stammen, sondern auch von Kunden, Bewerbern oder sogar Besuchern. Diese Mischung kann sowohl Chance als auch Risiko sein. Positive Bewertungen von Kunden stärken das Gesamtimage, während negative Kommentare von abgelehnten Bewerbern schnell rufschädigend wirken können.
Die Sternebewertung bei Google ist oft das Erste, was ins Auge fällt – noch vor dem eigentlichen Text. Unternehmen mit 4,5 oder mehr Sternen genießen sofort einen Vertrauensbonus, während alles unter 3,5 Sternen kritisch hinterfragt wird.
Der Unterschied zwischen kununu und Google-Bewertungen
Auch wenn beide Plattformen Bewertungen sammeln, gibt es wichtige Unterschiede:
kununu:
- Spezialisiert auf Arbeitgeberbewertungen
- Anonyme Bewertungen möglich
- Detaillierte Kategorien für Arbeitsaspekte
- Fokus auf Mitarbeiter- und Bewerbererfahrungen
- Starke Integration in HR- und Recruiting-Prozesse
Google:
- Allgemeine Unternehmensbewertungen
- Mix aus Kunden-, Mitarbeiter- und Bewerberbewertungen
- Einfaches Sternebewertungssystem
- Höhere Sichtbarkeit durch Integration in Google-Suche
- Breite Zielgruppe über Jobsuchende hinaus
Beide Plattformen ergänzen sich perfekt: kununu liefert die Tiefe und Detailgenauigkeit, Google bietet die Breite und Sichtbarkeit. Unternehmen, die auf beiden Plattformen aktiv sind und gut bewertet werden, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Der direkte Einfluss von Bewertungen auf die Talentgewinnung
Statistiken: Wie viele Bewerber lesen Bewertungen?
Die Zahlen sind eindeutig und sollten jeden HR-Verantwortlichen aufhorchen lassen:
- 78 Prozent der Jobsuchenden nutzen Bewertungsplattformen, um sich über Arbeitgeber zu informieren
- 73,6 Prozent greifen dabei auf kununu zurück
- 84 Prozent lassen sich von Bewertungen in ihrer Bewerbungsentscheidung beeinflussen
- 48 Prozent nutzen Bewertungen aktiv bei ihrer Entscheidungsfindung
- 30 Prozent checken Bewertungen nochmal nach einer Jobzusage, bevor sie unterschreiben
Diese Zahlen zeigen: Bewertungen sind nicht irgendein nettes Extra – sie sind ein zentraler Faktor in der Candidate Journey. Vom ersten Interesse über die Bewerbung bis zur finalen Entscheidung spielen Bewertungen in jeder Phase eine Rolle.
Besonders interessant: Auch die Antworten von Arbeitgebern auf Bewertungen werden intensiv gelesen. Über 83 Prozent der Kandidaten schauen sich diese an, und fast die Hälfte tut dies regelmäßig. Eine professionelle, empathische Reaktion kann also die Meinung vieler Leser positiv beeinflussen.
Die kritische Schwelle: Ab welchem Score bewerben sich Kandidaten nicht mehr?
Es gibt eine magische Grenze, die Sie unbedingt kennen sollten: Bei einem kununu-Score unter 2,5 Sternen schließen 89 Prozent der Bewerber eine Bewerbung kategorisch aus. Das ist kein Verhandlungsspielraum – das ist eine klare Absage.
Aber auch im Bereich zwischen 2,5 und 3,5 Sternen wird es kritisch. Hier lesen Kandidaten besonders aufmerksam die Einzelbewertungen und suchen nach Mustern. Wiederholen sich bestimmte Kritikpunkte? Reagiert das Unternehmen auf negatives Feedback? Gibt es auch positive Stimmen?
Ab 4 Sternen aufwärts wird es deutlich leichter: Hier steigt nicht nur die Anzahl der Bewerbungen, sondern auch deren Qualität. Motivierte, qualifizierte Kandidaten bewerben sich eher bei Unternehmen mit guten Bewertungen. Das macht Sinn: Wer die Wahl hat, entscheidet sich für den besseren Arbeitgeber.
Besonders hervorzuheben: Unternehmen mit dem kununu „Top Company“-Siegel berichten, dass 60 Prozent von ihnen mehr Bewerbungen erhalten. Und 83 Prozent sehen die Auszeichnung als essenziellen Bestandteil ihrer Employer-Branding-Strategie.
Authentizität schlägt Hochglanzbroschüren
Ein interessanter Aspekt moderner Candidate Experience: Bewerber trauen Bewertungen mehr als der offiziellen Unternehmenskommunikation. Fast 68 Prozent der Nutzer nehmen Diskrepanzen zwischen dem, was das Unternehmen auf seiner Karriereseite verspricht, und dem, was auf Bewertungsplattformen steht, wahr.
Diese Diskrepanz kann fatal sein. Wenn Sie auf Ihrer Website mit Work-Life-Balance werben, aber auf kununu genau dieser Punkt kritisiert wird, verlieren Sie massiv an Glaubwürdigkeit. Kandidaten fühlen sich getäuscht und sehen von einer Bewerbung ab.
Authentizität ist das neue Erfolgsrezept im Employer Branding. Bewerber wollen kein perfektes Bild, sie wollen ein ehrliches Bild. Ein Unternehmen, das offen mit seinen Schwächen umgeht, an Verbesserungen arbeitet und dies auch kommuniziert, wird als authentisch und vertrauenswürdig wahrgenommen.
Negative Bewertungen: Fluch oder Chance?
Warum negative Bewertungen nicht das Ende bedeuten
Seien wir ehrlich: Kein Unternehmen ist perfekt. Negative Bewertungen gehören dazu und sind sogar gesund für Ihre Glaubwürdigkeit. Ein Profil mit ausschließlich 5-Sterne-Bewertungen wirkt verdächtig und wird oft als manipuliert wahrgenommen.
Negative Bewertungen zeigen, dass echte Menschen mit echten Erfahrungen hier ihre Meinung äußern. Das schafft Vertrauen. Entscheidend ist nicht, ob Sie negative Bewertungen haben – entscheidend ist, wie Sie damit umgehen!
Studien zeigen: Eine professionelle, empathische Antwort auf eine negative Bewertung kann die Meinung von bis zu 77 Prozent der Leser positiv beeinflussen. Selbst wenn der ursprüngliche Bewertende nicht überzeugt wird, sehen all die anderen potenziellen Bewerber, dass Sie Kritik ernst nehmen und lösungsorientiert handeln.
Die Bedeutung professioneller Antworten
Wie sollte eine gute Antwort auf eine negative Bewertung aussehen? Hier sind die Grundprinzipien:
- Zeitnah reagieren: Idealerweise innerhalb einer Woche
- Wertschätzung zeigen: Bedanken Sie sich für das Feedback
- Sachlich bleiben: Keine emotionalen oder defensiven Reaktionen
- Empathie zeigen: Versetzen Sie sich in die Lage des Bewertenden
- Konkret werden: Benennen Sie, was Sie tun werden
- Dialog anbieten: Laden Sie zu einem persönlichen Gespräch ein
- Anonymität wahren: Nennen Sie keine Namen oder persönlichen Details
Eine Beispielantwort könnte so aussehen:
„Liebe Kollegin, lieber Kollege, vielen Dank für Ihr offenes Feedback. Es tut uns leid zu hören, dass Sie während Ihrer Zeit bei uns die Kommunikation als schleppend empfunden haben. Wir nehmen Ihre Kritik ernst und arbeiten bereits an der Verbesserung unserer internen Kommunikationswege. Falls Sie Ihr Anliegen noch detaillierter besprechen möchten, stehen wir gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Vielen Dank nochmals für Ihren wertvollen Input! Mit freundlichen Grüßen, [Name], HR-Team“
Wichtig ist: Nicht jede negative Bewertung kann oder sollte gelöscht werden. Nur bei nachweislich falschen Tatsachenbehauptungen, Beleidigungen oder Verstößen gegen Plattform-Richtlinien kommt eine Löschung infrage. In allen anderen Fällen ist eine professionelle Antwort der bessere Weg.
Aus Kritik lernen: Interne Verbesserungsprozesse anstoßen
Negative Bewertungen sind nicht nur ein PR-Problem – sie sind eine kostenlose Unternehmensberatung! Wenn mehrere Mitarbeiter dieselben Kritikpunkte nennen, sollten Sie genau hinhören. Hier liegt echtes Verbesserungspotenzial.
Nutzen Sie Bewertungen als Frühwarnsystem für interne Probleme. Häufen sich Beschwerden über einen bestimmten Bereich oder eine bestimmte Führungskraft? Dann ist es Zeit zu handeln! Viele Unternehmen haben durch systematische Auswertung von Bewertungen echte Kulturveränderungen angestoßen.
Ein gutes Bewertungsmanagement endet nicht bei der öffentlichen Antwort. Es beginnt mit der internen Analyse: Was können wir verbessern? Wer ist verantwortlich? Wie messen wir den Erfolg? Unternehmen, die Bewertungen als Feedback-Loop nutzen, steigern nachweislich ihre Mitarbeiterzufriedenheit.
Der Fachkräftemangel verstärkt die Bedeutung von Bewertungen
Aktuelle Zahlen zum Fachkräftemangel in Deutschland 2024/2025
Die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist angespannt: Im Jahr 2024 konnten durchschnittlich 43 Prozent der Unternehmen offene Stellen nicht besetzen, weil sie keine passenden Fachkräfte fanden. Über 530.000 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen bundesweit. Die Zahl der Engpassberufe ist zwar leicht gesunken, bleibt aber mit 163 Berufsgattungen auf hohem Niveau.
Besonders betroffen sind Gesundheits- und Sozialberufe, Elektroberufe sowie handwerkliche Berufe. Aber auch die IT-Branche, Steuerberatung und Consulting kämpfen um Talente. Drei Viertel der offenen Stellen richten sich an Personen mit Berufsausbildung oder Hochschulabschluss – genau die Zielgruppe, die Bewertungen besonders intensiv nutzt.
Der demografische Wandel verschärft die Situation zusätzlich: Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente, während weniger Nachwuchs nachkommt. Bis 2030 werden sich die gefragten Job-Skills drastisch verändern, was den Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter weiter intensivieren wird.
Wettbewerb um Talente: Jeder Pluspunkt zählt
In diesem hart umkämpften Markt wird jedes Detail zum Differenzierungsmerkmal. Kandidaten vergleichen Arbeitgeber akribisch – und Bewertungen sind dabei ein Hauptkriterium. Ein Unternehmen mit 4,2 Sternen hat es gegen eines mit 3,8 Sternen leichter, selbst wenn beide dasselbe Gehalt bieten.
Die besten Talente haben oft mehrere Angebote gleichzeitig. Was gibt den Ausschlag? Oft sind es die Bewertungen! Wenn Kandidat A bei Unternehmen X nur mittelmäßige Bewertungen findet, bei Unternehmen Y aber durchweg positive Rückmeldungen sieht, ist die Entscheidung schnell getroffen.
Besonders kritisch: Über 36 Prozent der Kandidaten sehen bei negativen Bewertungen von einer Bewerbung ab, und 27,5 Prozent haben schon einmal ein Jobangebot aufgrund schlechter Bewertungen abgelehnt. Das bedeutet: Schlechte Bewertungen kosten Sie nicht nur Bewerber, sondern auch bereits zugesagte Kandidaten!
Employer Branding als strategischer Erfolgsfaktor
Employer Branding ist längst kein Marketing-Buzzword mehr – es ist überlebenswichtig geworden. Unternehmen, die nicht aktiv an ihrer Arbeitgebermarke arbeiten, verlieren im Wettbewerb um Talente. Und Bewertungsplattformen sind heute das Herzstück jeder Employer-Branding-Strategie.
Die DIHK-Zahlen sprechen Bände: Jedes zweite Unternehmen kann offene Stellen längerfristig nicht besetzen. Unbesetzte Stellen entsprechen einem wirtschaftlichen Verlust von 90 Milliarden Euro. Gutes Employer Branding ist also nicht nur eine HR-Angelegenheit – es ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Unternehmen, die ihre Arbeitgebermarke stärken, profitieren mehrfach: mehr Bewerbungen, bessere Candidate Quality, kürzere Time-to-Hire, geringere Recruiting-Kosten und höhere Mitarbeiterbindung. All diese Faktoren hängen direkt mit Ihrem Ruf auf Bewertungsplattformen zusammen.
Best Practices: So managen Unternehmen Bewertungen erfolgreich
Proaktiv positive Bewertungen generieren
Der beste Weg, mit negativen Bewertungen umzugehen? Mehr positive Bewertungen generieren! Klingt simpel, wird aber oft vernachlässigt. Viele Unternehmen warten passiv darauf, dass Mitarbeiter von selbst bewerten – und wundern sich dann, dass meist nur Unzufriedene ihre Meinung kundtun.
Seien Sie proaktiv! Bitten Sie Ihre zufriedenen Mitarbeiter aktiv um Feedback. Die besten Zeitpunkte dafür sind:
- Nach erfolgreichen Projekten
- Nach positiven Mitarbeitergesprächen
- Zu Jubiläen oder besonderen Anlässen
- Bei Weiterbildungen oder Beförderungen
- Im Rahmen von Mitarbeiterbefragungen
Wichtig: Zwingen Sie niemanden und bieten Sie keine Anreize für positive Bewertungen. Das ist gegen die Richtlinien der Plattformen und wirkt unglaubwürdig. Authentizität ist das A und O. Machen Sie es Ihren Mitarbeitern aber so einfach wie möglich: Senden Sie direkte Links, erklären Sie den Prozess, zeigen Sie, dass ihre Meinung zählt.
Zeitnahe und wertschätzende Reaktionen
Geschwindigkeit zählt! Eine Faustregel besagt: Reagieren Sie innerhalb einer Woche auf neue Bewertungen. Das zeigt, dass Sie das Feedback ernst nehmen und aufmerksam sind. Viele Kandidaten interpretieren schnelle Reaktionszeiten als Zeichen einer guten Unternehmenskultur.
Aber Achtung: Schnelligkeit sollte nicht auf Kosten der Qualität gehen. Eine lieblose Standard-Antwort ist schlimmer als keine Antwort. Nehmen Sie sich die Zeit, jede Bewertung individuell zu lesen und darauf einzugehen. Auch bei positiven Bewertungen reicht nicht nur ein „Danke“ – zeigen Sie echte Wertschätzung und gehen Sie auf konkrete Punkte ein.
Definieren Sie klare Verantwortlichkeiten in Ihrem Team: Wer ist für das Monitoring zuständig? Wer darf antworten? Wer entscheidet bei kritischen Fällen? Ein strukturierter Prozess verhindert, dass Bewertungen untergehen oder unangemessen beantwortet werden.
Die H.E.A.R.T.-Methode für schwierige Bewertungen
Für besonders schwierige oder emotionale Bewertungen hat sich die H.E.A.R.T.-Methode bewährt:
Hear (Hören)
Lesen Sie die Bewertung aufmerksam und vollständig. Versuchen Sie zu verstehen, was wirklich dahintersteckt. Manchmal versteckt sich hinter einem wütenden Kommentar echte Enttäuschung oder Verletzung.
Empathize (Empathie zeigen)
Versetzen Sie sich in die Lage des Bewertenden. Auch wenn Sie die Kritik nicht teilen – die Gefühle sind real. Zeigen Sie Verständnis für die Perspektive, auch wenn Sie anderer Meinung sind.
Apologize (Entschuldigen)
Entschuldigen Sie sich für negative Erfahrungen – aber nur, wenn es angebracht ist. Sie müssen sich nicht für Dinge entschuldigen, die nicht passiert sind. Aber ein „Es tut uns leid, dass Sie diese Erfahrung gemacht haben“ ist immer angebracht.
Resolve (Lösen)
Zeigen Sie auf, was Sie konkret tun werden. „Wir nehmen Ihr Feedback ernst und werden XY verbessern.“ Oder: „Wir würden gerne mehr darüber erfahren. Können wir Sie für ein persönliches Gespräch kontaktieren?“
Thank (Danken)
Bedanken Sie sich für das Feedback. Auch negative Bewertungen helfen Ihnen, besser zu werden. Diese Dankbarkeit sollte echt sein – und sie sollte in Ihrer Antwort spürbar werden.
Die Verzahnung von kununu, Google und der Employer-Branding-Strategie
Konsistente Kommunikation über alle Kanäle
Ihre Botschaft sollte überall dieselbe sein – aber authentisch auf den jeweiligen Kanal angepasst. Was Sie auf kununu versprechen, sollte sich auf Ihrer Karriereseite wiederfinden. Was auf Google steht, sollte mit Ihrer LinkedIn-Präsenz übereinstimmen.
Inkonsistenzen fallen Kandidaten sofort auf und wirken unseriös. Wenn Sie auf Ihrer Website mit flachen Hierarchien werben, auf kununu aber genau das Gegenteil steht, haben Sie ein Glaubwürdigkeitsproblem. Arbeiten Sie an echter Verbesserung, nicht an besserer PR.
Nutzen Sie Bewertungen als Inspirationsquelle für Ihre Employer-Branding-Kommunikation. Was loben Mitarbeiter besonders? Genau das sollten Sie hervorheben! Was wird kritisiert? Daran sollten Sie arbeiten – und diese Verbesserungen dann kommunizieren.
Von der Bewertungsplattform zur Karriereseite
Viele Unternehmen unterschätzen, wie oft Kandidaten zwischen verschiedenen Plattformen hin- und herspringen. Jemand liest auf kununu positive Bewertungen, klickt auf Ihre Karriereseite, sucht dann bei Google nach weiteren Infos, landet wieder auf kununu – und so weiter.
Machen Sie es Kandidaten leicht, zwischen den Plattformen zu navigieren. Verlinken Sie von Ihrer Karriereseite auf Ihr kununu-Profil (ja, wirklich!). Das zeigt Selbstbewusstsein und Transparenz. Integrieren Sie positive Bewertungen als Testimonials auf Ihrer Website. Nutzen Sie Ihr gutes Google-Ranking aktiv im Marketing.
Denken Sie ganzheitlich: Jeder Touchpoint mit einem Kandidaten ist Teil seiner Candidate Experience. Und Bewertungsplattformen sind heute ein zentraler Touchpoint, den Sie nicht ignorieren können.
Integration in die gesamte Candidate Journey
Bewertungen spielen in jeder Phase der Candidate Journey eine Rolle:
Awareness: Kandidaten werden auf Sie aufmerksam und googeln Ihr Unternehmen
Consideration: Sie vertiefen ihr Wissen und lesen kununu-Bewertungen
Application: Positive Bewertungen motivieren zur Bewerbung
Interview: Kandidaten vergleichen ihr Interviewerlebnis mit Bewertungen
Offer: Vor der finalen Entscheidung nochmal ein letzter Check
Onboarding: Neue Mitarbeiter vergleichen ihre ersten Wochen mit dem, was sie gelesen haben
An jedem dieser Punkte können Sie mit gutem Bewertungsmanagement positiv Einfluss nehmen. Nach einem gelungenen Interview könnten Sie Kandidaten beispielsweise direkt auf Ihr gutes kununu-Profil hinweisen. Nach erfolgreichem Onboarding könnten Sie neue Mitarbeiter ermutigen, ihre positiven Erfahrungen zu teilen.
Rechtliche Aspekte: Was Sie über Bewertungen wissen müssen
Wann können Bewertungen gelöscht werden?
Nicht jede negative Bewertung kann oder sollte gelöscht werden. Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, und Bewertungsplattformen schützen diese. Löschungen sind nur in klar definierten Fällen möglich:
- Unwahre Tatsachenbehauptungen: Wenn nachweislich falsche Fakten behauptet werden
- Beleidigungen oder Schmähkritik: Reine Beschimpfungen ohne sachlichen Kern
- Verstoß gegen Plattform-Richtlinien: Fake-Bewertungen, Mehrfachbewertungen
- Persönlichkeitsrechtsverletzungen: Nennung von Namen, Verletzung der Anonymität
- Rechtswidrige Inhalte: Diskriminierung, Volksverhetzung etc.
Eine Meinungsäußerung, auch wenn sie kritisch oder überspitzt ist, ist allerdings geschützt. „Die Kommunikation war schlecht“ oder „Ich fühlte mich unfair behandelt“ sind subjektive Einschätzungen und meist nicht löschbar.
Wenn Sie eine Bewertung löschen lassen möchten, müssen Sie dies begründen und oft auch nachweisen. Das kann aufwendig sein. In vielen Fällen ist eine professionelle Antwort der schnellere und effektivere Weg.
Anonymität vs. Nachweispflicht
kununu bietet anonyme Bewertungen an – ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ermöglicht es ehrliches Feedback ohne Angst vor Konsequenzen. Andererseits erschwert es die Überprüfung der Echtheit.
kununu nutzt ein Zwei-Stufen-Verfahren zur Verifikation: Bewertende müssen eine geschäftliche E-Mail-Adresse oder andere Nachweise ihrer Zugehörigkeit zum Unternehmen angeben. Diese Daten sind für das Unternehmen nicht einsehbar, werden aber von kununu geprüft.
Bei Google ist die Situation anders: Bewertungen sind an Google-Accounts gebunden, die oft mit echten Namen verknüpft sind. Das macht Fake-Bewertungen schwieriger, schreckt aber auch ehrliche Bewertende ab, die anonym bleiben möchten.
Gefälschte Bewertungen erkennen und melden
Fake-Bewertungen sind ein Problem – sowohl gefälschte positive als auch negative. Anzeichen für Fakes:
- Extrem emotional oder übertrieben lobend/kritisch
- Sehr kurzer oder generischer Text
- Mehrere ähnliche Bewertungen in kurzer Zeit
- Bewertender hat nur diese eine Bewertung abgegeben
- Inhaltliche Unstimmigkeiten oder offensichtliche Unwahrheiten
Wenn Sie den Verdacht auf eine Fake-Bewertung haben, melden Sie sie über die Plattform. Sammeln Sie Beweise (z.B. keine Person mit dieser Beschreibung hat je bei Ihnen gearbeitet) und reichen Sie diese ein. Beide Plattformen nehmen Fake-Bewertungen ernst und entfernen sie, wenn der Verdacht erhärtet wird.
Aber Vorsicht: Nicht jede negative Bewertung ist ein Fake! Viele Unternehmen neigen dazu, unliebsame Kritik als gefälscht abzutun. Das ist meist durchschaubar und schadet mehr, als es nützt.
Tools und Technologien für effektives Bewertungsmanagement
Monitoring-Tools im Überblick
Professionelles Bewertungsmanagement erfordert systematisches Monitoring. Zum Glück gibt es zahlreiche Tools, die Ihnen die Arbeit erleichtern:
Google Alerts: Kostenlos und einfach – lassen Sie sich benachrichtigen, wenn Ihr Unternehmensname online erwähnt wird.
kununu Arbeitgeberportal: Direkter Zugriff auf alle Ihre kununu-Bewertungen mit Benachrichtigungsfunktion.
Hootsuite, Mention oder Brand24: Umfassende Social-Media-Monitoring-Tools, die auch Bewertungsplattformen überwachen.
Spezialisierte HR-Tools: Softwarelösungen wie Softgarden oder Talention integrieren Bewertungsmanagement in Ihre Recruiting-Prozesse.
Diese Tools helfen Ihnen, keine Bewertung zu verpassen und schnell zu reagieren. Sie bieten oft auch Analyse-Funktionen, um Trends zu erkennen und Ihr Bewertungsprofil im Zeitverlauf zu tracken.
Automatisierung der Bewertungsanfragen
Timing ist alles! Die besten Momente, um Mitarbeiter um Bewertungen zu bitten:
- Nach erfolgreichem Onboarding (3-6 Monate nach Eintritt)
- Nach positiven Meilensteinen (Beförderung, Projektabschluss)
- Im Rahmen von Mitarbeitergesprächen
- Bei Austritten (wenn positiv)
Moderne HR-Systeme können diese Prozesse automatisieren. Nach definierten Triggern (z.B. 6 Monate nach Eintritt) wird automatisch eine freundliche E-Mail mit der Bitte um Feedback versendet. Das erhöht die Response-Rate deutlich.
Wichtig: Die Automatisierung sollte sich auf den Zeitpunkt beschränken, nicht auf den Inhalt. Jede Anfrage sollte persönlich und authentisch wirken, nicht wie Spam.
Analyse-Dashboard für datenbasierte Entscheidungen
Professionelle Unternehmen nutzen Bewertungen als Datenquelle für strategische Entscheidungen. Ein gutes Analyse-Dashboard zeigt Ihnen:
- Entwicklung des Scores über Zeit: Wird Ihre Bewertung besser oder schlechter?
- Häufigste Kritikpunkte: Welche Themen werden immer wieder genannt?
- Positive Highlights: Was schätzen Mitarbeiter besonders?
- Vergleich mit Wettbewerbern: Wie schneiden Sie im Branchenvergleich ab?
- Sentiment-Analyse: Welche Emotionen stecken hinter den Bewertungen?
- Antwortquote und -geschwindigkeit: Wie reaktiv sind Sie?
Diese Daten helfen Ihnen, Ihre Employer-Branding-Strategie zu schärfen und echte Verbesserungen anzustoßen. Unternehmen, die datenbasiert entscheiden, sind erfolgreicher im Recruiting.
Erfolgsbeispiele: Unternehmen mit exzellentem Bewertungsmanagement
Was Top-Arbeitgeber richtig machen
Schauen Sie sich die Top-bewerteten Unternehmen auf kununu an – was fällt auf?
- Sie antworten immer: Praktisch jede Bewertung erhält eine Antwort
- Sie sind authentisch: Keine PR-Floskeln, sondern echte Kommunikation
- Sie zeigen Persönlichkeit: Oft signiert mit echten Namen aus der HR-Abteilung
- Sie sind lösungsorientiert: Bei Kritik werden konkrete Verbesserungen genannt
- Sie pflegen ihr Profil: Regelmäßige Updates, Fotos, Einblicke in die Unternehmenskultur
Top-Arbeitgeber wie Otto, Zalando oder auch die Muttergesellschaft von kununu selbst (XING/onlyfy) zeigen, wie es geht. Ihre Antworten sind individuell, wertschätzend und zeigen echtes Interesse am Dialog.
Konkrete Maßnahmen und deren Wirkung
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein mittelständisches IT-Unternehmen hatte einen kununu-Score von 3,2. Hauptkritikpunkte waren Kommunikation und Weiterbildung. Das Unternehmen reagierte:
- Transparenz-Offensive: Monatliche Townhall-Meetings für alle Mitarbeiter
- Weiterbildungsbudget: 2000€ pro Mitarbeiter und Jahr für Weiterbildungen
- Aktive Kommunikation: Alle Maßnahmen wurden intern und auf kununu kommuniziert
- Mitarbeiter-Aktivierung: Zufriedene Mitarbeiter wurden um Bewertungen gebeten
Resultat nach 12 Monaten: Score stieg auf 4,1. Bewerbungen stiegen um 40%, die Qualität der Kandidaten verbesserte sich deutlich, und auch die interne Stimmung wurde besser.
Lerneffekte für Ihr Unternehmen
Was können Sie daraus lernen?
Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Welche Kritikpunkte haben einen wahren Kern?
Handeln Sie, bevor Sie kommunizieren: Echte Verbesserungen schlagen Marketing
Beziehen Sie Mitarbeiter ein: Sie sind Ihre besten Botschafter
Seien Sie geduldig: Reputation baut man nicht über Nacht auf
Bleiben Sie dran: Bewertungsmanagement ist kein Sprint, sondern ein Marathon
Die erfolgreichsten Unternehmen sehen Bewertungsplattformen nicht als Problem, sondern als Chance. Sie nutzen das Feedback aktiv zur Kulturentwicklung und werden dafür mit besseren Bewertungen, mehr Bewerbungen und zufriedeneren Mitarbeitern belohnt.
Die Zukunft der Arbeitgeberbewertungen
Trends 2025: KI, Authentizität und Videobewertungen
Die Welt der Arbeitgeberbewertungen entwickelt sich rasant weiter. Einige Trends, die wir 2025 und darüber hinaus sehen werden:
Künstliche Intelligenz: KI wird helfen, Muster in Bewertungen zu erkennen, automatisierte Antwortvorschläge zu generieren und Fake-Bewertungen noch besser zu identifizieren. Aber Vorsicht: Der menschliche Touch bleibt unverzichtbar!
Video-Bewertungen: Einige Plattformen experimentieren bereits mit Video-Reviews. Das erhöht die Authentizität nochmal deutlich und macht Fake-Bewertungen praktisch unmöglich.
Echtzeit-Feedback: Statt nur retrospektiver Bewertungen nach dem Austritt werden fortlaufende Feedback-Mechanismen wichtiger. Plattformen wie Glassdoor testen bereits „Real-Time Insights“.
Integration in Bewerbungsprozesse: Bewertungen werden noch stärker in ATS (Applicant Tracking Systems) und Recruiting-Tools integriert, sodass Kandidaten direkt im Bewerbungsprozess Feedback geben können.
Die wachsende Bedeutung von Employee Advocacy
Employee Advocacy – also Mitarbeiter als Markenbotschafter – wird zum Gamechanger. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter ermutigen und befähigen, positiv über ihren Arbeitgeber zu sprechen, haben einen enormen Vorteil.
Das geht über klassische Bewertungen hinaus: LinkedIn-Posts von Mitarbeitern, Instagram-Stories aus dem Arbeitsalltag, YouTube-Videos über Projekte – all das trägt zur Arbeitgebermarke bei und ist glaubwürdiger als jede bezahlte Werbung.
Wichtig: Employee Advocacy funktioniert nur, wenn es authentisch ist. Mitarbeiter, die wirklich zufrieden sind, teilen das auch gerne. Versuchen Sie nicht, sie zu „briefen“ oder zu kontrollieren – das wirkt schnell unecht.
Nachhaltigkeit und Purpose als Bewertungskriterien
Die jungen Generationen – Gen Y und Z – legen enormen Wert auf Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit. Fast 70% der Gen Z ist es wichtig, dass ihr Arbeitgeber ihre Werte teilt. Das schlägt sich auch in Bewertungen nieder.
Auf kununu gibt es bereits Kategorien wie „Umwelt-/Sozialbewusstsein“, die immer wichtiger werden. Unternehmen, die hier punkten können, haben einen klaren Vorteil im War for Talents.
Purpose-driven Employer Branding wird zum Standard. Fragen wie „Welchen Beitrag leistet das Unternehmen zur Gesellschaft?“ oder „Wie ernst nimmt es Nachhaltigkeit?“ werden in Bewertungen immer häufiger thematisiert und sind für viele Kandidaten entscheidungsrelevant.
Praktischer Aktionsplan: In 7 Schritten zu besseren Bewertungen
Schritt 1: Ist-Analyse durchführen
Starten Sie mit einem ehrlichen Blick auf Ihre aktuelle Situation:
- Wie ist Ihr kununu-Score? Ihre Google-Bewertung?
- Wie viele Bewertungen haben Sie insgesamt?
- Was sind die häufigsten Kritikpunkte?
- Was wird besonders gelobt?
- Wie schneidet die Konkurrenz ab?
- Auf welche Bewertungen haben Sie bereits geantwortet?
Dokumentieren Sie alles in einem Baseline-Report. Das ist Ihr Ausgangspunkt und hilft Ihnen später, Fortschritte zu messen.
Schritt 2: Verantwortlichkeiten definieren
Bewertungsmanagement darf nicht „nebenbei“ laufen. Definieren Sie klar:
- Wer ist für das tägliche Monitoring zuständig?
- Wer darf/sollte auf Bewertungen antworten?
- Wer entscheidet in kritischen Fällen?
- Wer analysiert die Daten und leitet Maßnahmen ab?
- Wer berichtet ans Management?
Am besten etablieren Sie ein kleines Team aus HR, Marketing und idealerweise einem Mitglied der Geschäftsführung. Das zeigt: Das Thema wird ernst genommen.
Schritt 3: Mitarbeiter aktivieren
Jetzt geht’s ans Eingemachte: Wie gewinnen Sie mehr positive Bewertungen?
- Informieren Sie alle Mitarbeiter über die Wichtigkeit von Bewertungen
- Erklären Sie, wie einfach der Prozess ist
- Stellen Sie sicher, dass niemand zur Bewertung gezwungen wird
- Bitten Sie gezielt zufriedene Mitarbeiter um Feedback
- Kommunizieren Sie, was Sie mit dem Feedback machen
Transparenz ist key: Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie Feedback ernst nehmen und Verbesserungen umsetzen. Das motiviert sie, ihre positiven Erfahrungen zu teilen.
Schritt 4: Reaktionsprozesse etablieren
Definieren Sie klare Prozesse:
- Wie schnell muss auf eine Bewertung reagiert werden? (Empfehlung: innerhalb einer Woche)
- Welche Antwort-Templates gibt es für verschiedene Szenarien?
- Wie wird die Qualität der Antworten sichergestellt?
- Wann wird eine Bewertung eskaliert?
Erstellen Sie ein Playbook mit Beispielantworten für verschiedene Situationen. Das beschleunigt Reaktionen und sichert Qualität.
Schritt 5: Internes Feedback-System aufbauen
Nutzen Sie Bewertungen als Input für Ihre interne Entwicklung:
- Wöchentliche oder monatliche Review-Meetings
- Analyse wiederkehrender Themen
- Ableitung konkreter Maßnahmen
- Verantwortliche für jede Maßnahme
- Zeitplan und Erfolgsmessung
So wird aus reaktivem Krisenmanagement proaktive Kulturentwicklung.
Schritt 6: Regelmäßiges Monitoring
Setzen Sie feste Routinen:
- Täglicher Check der Bewertungsplattformen
- Wöchentliche Auswertung neuer Bewertungen
- Monatlicher Report mit KPIs
- Quartalsweise Strategieanpassung
Tools wie Google Alerts helfen Ihnen, keine Bewertung zu verpassen. Automatisierung ist hier Ihr Freund!
Schritt 7: Kontinuierliche Optimierung
Bewertungsmanagement ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess:
- Testen Sie verschiedene Ansätze (A/B-Tests bei Antworten)
- Lernen Sie von Best Practices anderer Unternehmen
- Passen Sie Ihre Strategie basierend auf Ergebnissen an
- Bleiben Sie am Ball, auch wenn die Zahlen gut sind
- Feiern Sie Erfolge und lernen Sie aus Rückschlägen
Die besten Unternehmen sehen Bewertungsmanagement als Teil ihrer DNA, nicht als lästige Pflicht.
Fazit: Bewertungen als Herzstück moderner Arbeitgebermarken
Wir haben es gesehen: Bewertungen auf kununu und Google sind kein Nice-to-have mehr – sie sind das Herzstück modernen Employer Brandings. In einer Zeit, in der Fachkräfte knapp sind und Talente die Wahl haben, entscheidet oft der digitale Ruf darüber, wer die besten Mitarbeiter gewinnt.
Die wichtigsten Erkenntnisse nochmal zusammengefasst:
Bewertungen beeinflussen massiv die Bewerbungsentscheidung – über 80% der Kandidaten lesen sie, fast die Hälfte lässt sich direkt davon beeinflussen.
Negative Bewertungen sind kein Weltuntergang – entscheidend ist, wie Sie damit umgehen. Eine professionelle Antwort kann die Meinung von 77% der Leser positiv beeinflussen.
Proaktiv positive Bewertungen generieren ist genauso wichtig wie auf negative zu reagieren. Bitten Sie zufriedene Mitarbeiter aktiv um Feedback!
kununu und Google ergänzen sich perfekt – nutzen Sie beide Plattformen strategisch und sorgen Sie für Konsistenz in Ihrer Kommunikation.
Bewertungen sind mehr als PR – sie sind eine kostenlose Unternehmensberatung. Nutzen Sie das Feedback für echte Verbesserungen!
Der Fachkräftemangel verstärkt die Bedeutung – im Wettbewerb um Talente zählt jeder Pluspunkt. Ihr digitaler Ruf kann der entscheidende Faktor sein.
Am Ende des Tages geht es nicht darum, perfekt zu sein – es geht darum, authentisch, offen und verbesserungswillig zu sein. Unternehmen, die den Dialog mit Mitarbeitern und Kandidaten suchen, Feedback ernst nehmen und kontinuierlich an ihrer Kultur arbeiten, werden auch auf Bewertungsplattformen gut abschneiden.
Bewertungsmanagement ist keine Raketenwissenschaft, aber es erfordert Aufmerksamkeit, Strategie und Ausdauer. Die gute Nachricht: Der ROI ist enorm. Bessere Bewertungen führen zu mehr und besseren Bewerbungen, geringeren Recruiting-Kosten, kürzerer Time-to-Hire und höherer Mitarbeiterzufriedenheit.
Also: Legen Sie los! Analysieren Sie Ihre aktuelle Situation, definieren Sie klare Verantwortlichkeiten, aktivieren Sie Ihre Mitarbeiter und etablieren Sie professionelle Prozesse. Ihr digitaler Ruf ist zu wichtig, um ihn dem Zufall zu überlassen. Die Zukunft der Talentgewinnung findet auf Bewertungsplattformen statt – seien Sie bereit!